Keep calm: Tipps zum Einspielen von Software-Updates beim Kunden

Keep calm ist ein in den USA häufig verwendeter Ausspruch. Gemeint ist damit, langsamer zu werden, sich zu entspannen oder zu beruhigen. Das impliziert, über Dinge nachzudenken, bevor einen der Enthusiasmus allzu schnell in einen Sog hineinzieht, der eventuell mehr Schaden als Nutzen verursachen kann. Als Systemintegratoren wissen wir nur zu gut, dass dies in der Welt der Software Updates schlicht bedeutet … nicht blind alle Systeme auf einmal zu aktualisieren. Gleichgültig, wie viele Software-Entwickler ein Unternehmen beschäftigt oder wie viele Tests durchgeführt wurden, bei jeder neuen Release einer Software können Probleme auftreten, die unmittelbar nach der Veröffentlichung behoben werden müssen. Es kann daher sinnvoll sein, den Gesamtablauf kontrollorientiert, stufenweise und gut durchdacht zu strukturieren.

Das ist allerdings leichter gesagt als getan. Wir alle waren bereits dem Druck von Kunden ausgesetzt, die ein neues Feature sofort verfügbar haben möchten oder ein Fix für etwas verlangen, das auf lange Sicht einen Stolperstein darstellen könnte.

Was meine ich also, wenn ich von einer kontrollorientierten, stufenweisen und gut durchdachten Vorgehensweise spreche?

Ich meine, dass die folgenden Punkte berücksichtigt werden müssen:

  1. Welche Kunden geben das beste Feedback in Bezug auf Veränderungen im Verhalten der Software oder Probleme?
  2. Welche Kunden sind „friendlies“ (sprich mit gut etablierten Kundenbeziehungen)?
  3. Wo wurden besondere Kombinationen von Features installiert?
  4. Welche Umgebungen sind die einfachsten und welche hingegen die komplexesten?
  5. Welche Aktualisierungen sind wann zweckmäßig (wir können schließlich alte Versionen nicht für immer beibehalten)?

Die Antworten auf diese Fragen werden für alle Partner unterschiedlich ausfallen, so dass jeder Partner diese für sich abwägen sollte. Gesamtziel beim Evaluieren all dieser Punkte sollte sein, in groben Zügen einen Plan für die Bereitstellung neuer Releases zu erstellen.

Ein Beispiel:

  1. Implementieren in PBX des Kunden mit der dringlichsten Anfrage nach Features oder Fixes. Zeitaufwand von 1 Woche für die intensive Prozessbegleitung.
  2. Implementieren in den am einfachsten konfigurierten Standort. Zeitaufwand von 1 zusätzlichen Woche für die intensive Prozessbegleitung.
  3. Implementieren in das System eines “friendly” (sprich mit exzellenter Kundenbeziehung), um mehr Varianten hinsichtlich der Feature-Kombinationen zu erhalten. Zeitaufwand von 1 zusätzlichen Woche.
  4. Implementieren in komplexere Umgebungen.

Behalte im Auge, dass dies ein einfach gestricktes Beispiel für einen grob skizzierten Plan ist. Das ist KEINE Anleitung dahingehend, wie DU die Dinge abwickeln sollst. Jeder Partner hat die volle Kontrolle darüber, wie er Software-Releases implementiert, die Entscheidung über die Vorgehensweise liegt daher ganz bei jedem einzelnen.

Wichtig ist allein, dass die Vorgangsweise gut durchdacht ist und nicht dem bloßen Zufall überlassen wird. Im Idealfall findest du ein ausgewogenes Verhältnis zwischen einerseits einem offensiven Bereitstellen neuer Features für deinen Kundenstamm und andererseits einem Exponieren deines gesamten Kundenstammes hinsichtlich eines neues Problems, das gegebenfalls versehentlich in einer neuen Software / Firmware-Release enthalten sein kann.

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