So wirkt sich die POTS-, ISDN- und PSTN-Deaktivierung auf Ihre Telefonanlage aus

A grave with copper in it representing the PSTN switch-off

Das Kupferkabel gehört schon bald der Vergangenheit an, was erhebliche Auswirkungen auf Unternehmen mit analogen oder digitalen PBX-Telefonsystemen hat. Häufig sind sich KMUs jedoch nicht bewusst, dass ihre derzeitige PBX-Infrastruktur mit der Umstellung auf Glasfaser und der PSTN Deaktivierung nicht kompatibel ist.

Das POTS/PSTN-Problem und die PSTN Deaktivierung

Große Anbieter für Telefon-Infrastrukturen wie Openreach im Vereinigten Königreich, Verizon in den Vereinigten Staaten und TIM in Italien verwenden als Kernbestandteil ihrer Netze bereits Glasfaser-Technologien anstelle von analogen Kupferkabeln. Dennoch sind auf den „letzten Kilometern“ bis zum Endnutzer noch viele der alten Kupferkabel vorhanden. Dies wiederum stellt einen großen Engpass dar, wenn es darum geht, ultraschnelle Dienste für den Verbraucher bereitzustellen: Kupferkabel sind schlicht langsam.

Kupferkabel führen jedoch Strom, Glasfaserkabel hingegen nicht. Hier liegt zum Teil das Problem mit PBX-Telefonanlagen der alten Schule.

PBX: Ein Infrastrukturproblem

Eine PBX (Private Branch Exchange) ist eine TK-Anlage. Sie ermöglicht den Benutzern eine gemeinsame Nutzung externen Telefonleitungen durch die Verwendung von Nebenstellen. Die Nebenstellenanlage leitet einen eingehenden Anruf an einer Art Schaltzentrale weiter, wo er entweder beantwortet oder, wenn eine Nebenstellennummer eingegeben wird, direkt an die richtige Person weitergeleitet werden kann.

Vor Ort installierte PBX-Telefonsysteme sind in der Regel Bestandteil der Bausubstanz und in vielen Gebäuden der 80er, 90er und frühen 2000er-Jahre wurden zu diesem Zweck zahlreiche Kabel durch die Mauern verlegt. Diese Systeme waren zu ihrer Zeit eine nützliche Lösung. Die Systeme wurden automatisiert und bedurften keiner manuellen Bedienung mehr.

Diese Topologie hat jedoch einige Probleme: Die Systeme arbeiten mit Kupferkabeln und haben einen begrenzten Funktionsumfang. Natürlich können sie Anrufe weiterleiten, in eine Warteschlange stellen und Anrufer auf Halten setzen. Die Integration anderer Systeme in die TK-Anlage ist jedoch nicht einfach. Noch schlimmer: einfach auf ein digitales ISDN-Telefonsystem umzusteigen funktioniert nicht, da auch das eingestellt wird.

Umstellung auf IP: PBX-Upgrades

Gegebenenfalls ist es möglich, Ihre derzeitige analoge Nebenstellenanlage so umzurüsten, dass sie einen IP-Eingang akzeptiert. Hierfür stehen eine Vielzahl von Optionen zur Verfügung. Jedoch wissen viele Technikenthusiasten auch: Hat ein Produkt das Ende der Lebensdauer erreicht, wird die Wartung sehr viel teurer, und auch die Ersatzkomponenten kosten viel Geld.

Wer sich an die Abschaltung des analogen Fernsehens in den 2000er und frühen 2010er-Jahren erinnert, weiß, dass man Adapter für seine alten analogen Fernsehgeräte erwerben konnte, doch diese sind inzwischen recht unzuverlässig. Schlimmer noch, diese Fernsehgeräte sind nicht in der Lage, den gesamten Leistungsumfang zu nutzen. Die gängige Lösung ist die Umstellung auf die Digitaltechnik.

Ähnliches gilt für analoge PBX-Telefonanlagen. Die Aufwendungen für die Nachrüstung von Kabeln, die Reparatur und die allgemeine Wartung werden im Vergleich zu einem digitalen System immer höher. Hinzu kommt, dass es bei einer klassischen TK-Anlage schwieriger ist, Anrufe an Personen weiterzuleiten, die nicht an ihrem Arbeitsplatz sind, ohne eine weitere Vermittlungsebene einzuschalten.

Wer sollte einen PBX-Signalwandler in Betracht ziehen?

Unternehmen, die über viele Telefone verfügen und keinen wirklichen Bedarf an verbesserter Konnektivität haben, sollten im Zuge der PSTN Deaktivierung einen Konverter in Betracht ziehen. Dazu gehören:

  • Hotels mit Zimmertelefon
  • B&Bs
  • Motels
  • Unternehmen, die nur ein Telefon an ihre Telefonanlage angeschlossen haben

Der letzte Anwendungsfall bezieht sich typischerweise auf Unternehmen, in denen vor vielen Jahren eine TK-Anlage installiert wurde, nun aber hauptsächlich mobile Geräte zur Anwendung kommen. Aber selbst dann sollte ein Upgrade erwogen und überlegt werden, ob ein vereinheitlichter Kommunikationsansatz für das Unternehmen vorteilhaft wäre. Und auch das Hotel- und Gaststättengewerbe kann von der größeren Vielfalt an Diensten profitieren, die eine Cloud-basierte Telefonanlage und damit verbundene vereinheitlichte Systeme bieten.

On-Premise-PBX vs. Cloud-PBX

Die Hauptkonkurrenten der analogen PBX-Telefonsysteme sind lokale IP-PBX-Systeme und Cloud-basierte PBX-Telefonsysteme. Beide nutzen die gleiche grundlegende Internettechnologie, aber auf unterschiedliche Weise:

  • Ortsgebundene Telefonanlagen: Hohe Investitionskosten, die teilweise durch niedrigere Betriebskosten ausgeglichen werden. Für die Wartung ist i. d. R. ein eigenes Team von IT-Support-Mitarbeitern erforderlich.
  • Cloud-basierte Telefonanlage: Lösung eines Drittanbieters, oft mit begrenztem Investitionsaufwand und etwas höheren Betriebskosten. Die Wartung erfolgt durch den Drittanbieter. Vereinheitlichte Systeme lassen sich leicht einbinden und diese Lösung ist potenziell unbegrenzt skalierbar.

Größere Unternehmen, die bereits über ein dediziertes PBX-System verfügen, bevorzugen oft die Vor-Ort-Lösung. Allerdings kann es schwierig sein, sie schnell zu erweitern, wenn ein Umzug in neue Büros ansteht. Auch ist die Einrichtung nicht immer ganz einfach. Für agile Großunternehmen, die Flexibilität benötigen, ist eine Cloud-basierte Lösung oft besser geeignet als eine hauseigene PBX, vor allem, wenn die Belegschaft aufgrund von Telearbeit zunehmend dezentralisiert ist.

Kleinere Unternehmen schätzen Cloud-basierte PBX-Lösungen, die besser mit ihrem Budget und ihrem bestehenden IT-Ressourcen vereinbar sind, sodass sie den Großteil der Arbeit einem Drittanbieter überlassen können.

Wann werden die Kupfernetze stillgelegt?

Während die Umstellung auf IP-Telefonie in Deutschland und der Schweiz nahezu abgeschlossen ist, gibt es wie bei jeder Technologieeinführung auch hier von Land zu Land unterschiedliche Termine. Die Pläne hängen auch davon ab, wie der etablierte oder marktbeherrschende Telefonanbieter die Umstellung auf Glasfaser plant, und es gibt erhebliche kommerzielle und logistische Hürden dabei.

  • Vereinigte Staaten: Im Gange, wobei die verschiedenen Unternehmen mit sehr unterschiedlicher Geschwindigkeit arbeiten
  • Vereinigtes Königreich: Vollständige Abschaltung des PSTN bis Dezember 2025
  • Italien: 65 % Abschaltung bis 2023, doch bleiben Zweifel an der vollständigen Abschaltung
  • Frankreich: Abschaltung bis 2030, mit lokalen Abschaltungen ab 2021.
  • Spanien: Vollständige Abschaltung von Kupfer bis 2025

Letztlich müssen im Zuge der weltweiten Abschaltung von Kupfernetzen bzw. PSTN Deaktivierung auch die Telefonanlagen der Unternehmen modernisiert werden. Und Cloud-Lösungen wie Wildix lassen sich in wenigen Schritten auf Tausenden von Systemen einrichten.

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